IRRC Terlicko, 16. und 17. Juni 2018

von G&G Motorsport am Mittwoch, 20. Juni 2018

Eins vorneweg: Didier Grams durfte die Grubenlampe wieder nicht aus Terlicko mitnehmen. Es hat nicht sollen sein. Nachdem ihm die letzten Jahre Horst Saiger das Ding weggeschnappt hat, waren es diesmal die Vergaberegularien. Oder Danny Webb - wie man will. Didier hat zwar die absolut schnellste Rennrunde gefahren und das Open 1000-Rennen gewonnen, trotzdem in die Röhre gekuckt. Die Verantwortlichen erklärten, dass das nicht für die Grubenlampe reicht. Die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit eines ganzen Rennens sei entscheidend, egal ob IRRC oder Open 1000. Und die fuhr nunmal Penz13-Fahrer Danny Webb. Zwar ein bißchen sonderbar, bisher gingen alle Teams und Fahrer davon aus, dass der Sieg in der Open 1000 auch den Gewinn der Goldenen Grubenlampe bedeutet, aber 2018 war dem definitiv nicht so. Seit Cäsar, Trump, Ecclestone und Blatter wissen wir ja: Wer die Macht hat, macht die Regeln.

 

Doch eigentlich war dieses Souvenir in Terlicko pure Nebensache. Viel wichtiger sind die IRRC-Punkte. Und da nahm Didier reichlich mit. Zwei zweite Plätze, jeweils hinter Danny Webb und vor Erno Kostamo bedeuten 40 Punkte und den zweiten Gesamtrang in der IRRC-Rangliste. Die BMWs dominierten das Wochenende, das bei herrlichstem Wetter gewohnt gut organisiert, routiniert und angenehm ablief. Nur die An- und Abreise dauerte diesmal ein wenig länger. Knappe sieben Stunden durch Polen war das G & G-Team unterwegs und ging am Samstag top vorbereitet in die Trainings.

 

Didier Grams: „Ich konnte von Anfang an sehr gute Zeiten fahren, die Belohnung war am Ende die Pole Position für die Rennen. Weil aber Danny Webb und Erno Kostamo fast gleich schnell waren, war das natürlich noch kein Garant für einen Rennsieg.“ Nein, aber besser als vom ersten Startplatz kann man wahrlich kein Rennen beginnen.

 

„Trotz eines guten Starts im ersten Rennen konnten sich Danny und der Finne an mir vorbei quetschen. Der war dann auch richtig lästig, Erno fährt dieses Jahr bärenstark mit. Unsere Balgerei konnte Webb natürlich nutzen, ich kam bis zum Rennende nicht in direkte Schlagdistanz, war immer 40 Meter hinter ihm. Wenigstens konnte ich Kostamo in einem finalen Überholmanöver hinter mir lassen und als zweiter die Ziellinie überqueren.“

 

Der zweite Lauf begann genauso wie der erste. Didier vorn, in der ersten Kurve Webb und Kostamo vorbei. Langweilig, könnte man meinen. Wars aber ganz und gar nicht. Der Abstand zu Webb blieb wesentlich geringer, Didi war dran. Nach mehreren Positionswechseln mit Kostamo konnte er zum Rennende hin auf den Engländer aufschließen – doch dann fuhren die beiden auf die langsameren Fahrer auf. Im Durcheinander der Überrundungen konnte Webb seine Führung behalten, obwohl Didier in dieser Phase die schnellste Rennrunde des ganzen Wochenendes raushaute. Zieleinlauf: Webb, Grams, Kostamo, mit gehörigem Abstand dann Cerveny und Jamie.

 

Das wars dann mit der IRRC. Didier hätte eigentlich ganz zufrieden sein können, wars natürlich aber nicht – er will eigentlich immer ganz oben stehen.

 

Also sollte es das Open 1000-Rennen richten. „Diesmal hatte ich nach der ersten Kurve keinen Rückstand und kämpfte mit Danny neun Runden um den Sieg. Aus dem Windschatten heraus gab es mehrere Führungswechsel, am Ende war ich vorn. Danny Webb ist schon ein Spitzen-Fahrer.“ Mit Spitzen-Material. Seine Penz13-BMW ist sicher die professionellste (und teuerste) im Feld. Da fehlt es an nichts. Das soll die Leistung von Danny Web als Rennfahrer aber nicht schmälern.

 

Didier zum Abschluss des Wochenendes: „Ich denke, wir haben den Zuschauern eine tolle Show geliefert, die waren durchgehend total begeistert. Vielen Dank an mein ganzes Team: Albrecht, Steffen, Nico, meinen Vater.  Nur weil ich weiß, dass solche Männer mein Motorrad perfekt, sicher und toll vorbereiten, kann ich den Kopf frei haben, um wie heute auf der Hatz durch Wälder und Wiesen auch gute Leistungen abzuliefern.“

 

Das ist sicher wahr. Motorradrennsport ist keine One-Man-Show, alle Fahrer wissen das.

 

Das ganze Team G & G freut sich nun auf Finnland, auf Imatra. Dort werden vom 06. bis zum 08. Juli Lauf 5 und 6 der IRRC gefahren. Und die Anreise ist noch ein wenig weiter.